ein Programm von: beratungsgruppe.at

Für mehr Lebensqualität älterer Frauen mit und ohne Migrationshintergrund
und niedrigem sozioökonomischem Status


 
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Projektlaufzeit:
01/2015-12/2016

 











Projekthintergrund

Mit zunehmendem Alter verändern sich der Blick auf das Leben und die eigenen Perspektiven. Viele ältere und alte Menschen - vor allem jene, mit recht beschränkten wirtschaftlichen Möglichkeiten - fühlen sich an den Rand der Gesellschaft gedrängt, leben zurückgezogen, isoliert und leiden unter Einsamkeit. Wie Studien zeigen, trifft dies auf ältere Frauen noch weit mehr zu als auf Männer im vergleichbaren Alter. Prognosen der Statistik Austria zufolge wird in Wien der Anteil der 60- bis 75-Jährigen von 13,3 Prozent im Jahr 2001 bis zum Jahr 2030 auf 21,5 Prozent ansteigen. Auch der Anteil der im Ausland geborenen älteren Menschen wird anwachsen.

Der Forschungsbericht zum Wiener Projekt „Aktiv ins Alter“ (Reinprecht, Institut für Soziologie, Universität Wien, 2005) zeigt auf, dass ältere, zurückgezogen lebende, einkommensschwächere Personen (zwischen 55 und 80 Jahren) und insbesondere ältere MigrantInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei in ihrem Alltag, aufgrund von Informationsdefiziten und Diskriminierung überdurchschnittlich gesundheitlich benachteiligt sind und erschwerten Zugang zu Gesundheitseinrichtungen haben.

Auffällig ist, dass die Frauen vor allem ihre psychosoziale Gesundheit als besonders negativ empfinden:

  • Beide Gruppen – ältere Frauen mit und ohne Migrationshintergrund – beurteilen ihre Lebensqualität eher schlecht, da sie sich oft einsam fühlen und ihre gesellschaftliche Teilhabe äußerst eingeschränkt ist.
     
  • Ältere einheimische und zugewanderte Frauen, vor allem jene mit niedrigem soziaioökonomischem Status, haben Zukunftssorgen, Angst vor dem Alleinsein und darüber hinaus recht große Berührungsängste aufeinander zuzugehen, obwohl sie - oder gerade weil sie in enger Nachbarschaft leben.

Miteinander gesund älter werden

ist ein interkulturelles und generationsübergreifendes Projekt, das zur Steigerung der Lebensqualität älterer Frauen mit und ohne Migrationshintergrund beitragen will.

Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität

Gesundheit wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO definiert als umfassendes körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden, als dynamischer Prozess, der – abhängig von den wechselnden Belastungen und Möglichkeiten konkreter Lebenssituationen – immer wieder neu gestaltet und ausbalanciert werden muss.

Lebensqualität schließt körperliche Gesundheit, psychologischen Status, Grad an Selbstständigkeit, soziale Beziehungen, persönliche Ansichten und die Beziehung zur Umwelt mit ein.

Gesundheit und Lebensqualität ergänzen einander und überschneiden sich. Lebensqualität ist dort gegeben, wo Menschen ihr Leben aktiv gestalten können, ausreichend soziale Kontakte zu anderen Individuen und Gruppen pflegen und über das Maß an Selbstbewusstsein verfügen, das es ihnen ermöglicht, ihre Lebensbereiche ihren Bedürfnissen entsprechend zu gestalten.

Psychosoziale Gesundheit - die mentale, psychische oder seelische Gesundheit ist die Fähigkeit, interne und externe Anforderungen zu bewältigen. Der Zustand des inneren Wohlbefindens, basiert auf einer positiven Selbstwahrnehmung, der Entfaltung eigener Fähigkeiten und einem ressourcenstärkenden Umgang mit Konflikten und Belastungen.

Die subjektive Einschätzung der eigenen Gesundheit, des Wohlbefindens, der Lebensquaität und auch der Lebensperspektiven steht in Wechselwirkung mit dem sozialen Umfeld, den sozialen Beziehungen, dem Gefühl eingebunden zu sein in ein soziales Netzwerk -  dem Gefühl, dazu zu gehören, gehört zu werden, gesellschaftlich wahrgenommen zu werden und teilzuhaben am Leben und der Gemeinschaft.

Projektziele und Österreichische Rahmengesundheitsziele

Miteinander gesund älter werden (kurz: miges) zielt darauf ab, durch das gegenseitige Kennenlernen, den Erfahrungsaustausch, die Zusammenarbeit und vor allem auch durch gemeinsame Unternehmungen zum Wohlbefinden von älteren und jüngeren Frauen mit und ohne Migrationshintergrund beizutragen und damit ihre Lebensqualität zu steigern.

miges orientiert sich an den Österreichischen Rahmengesundheitszielen, besonders an Ziel 2: "Für gesundheitliche Chancengerechtigkeit zwischen den Geschlechtern und sozioökonomischen Gruppen, unabhängig von Herkunft und Alter sorgen" und Ziel 5: "Durch sozialen Zusammenhalt die Gesundheit stärken".

(c) 2015: beratungsgruppe.at
last update: 01.02.2016